Käfige

Inzwischen bin ich schon Meisterin im Auffinden günstiger Käfige, neu und gebraucht - wenig Tiere auf viel Platz ist die einzig wahre Lösung, und ich möchte hier ein paar Beispiele geben, wie man Ratten halten kann. Meine Tiere sind alle völlig relaxt - mit mir und untereinander, und das sicherlich auch aufgrund der Tatsache, dass sie ausreichend Lebens-Raum haben!

Empfehlenswert als Käfig für Jungs (NICHT Mädels, die fressen sich durchs Plastik, hundertfach belegter Erfahrungswert) ist der “Furet Tower” von Ferplast:

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Eigentlich für Frettchen gemacht, daher der Name, aber für eine Gruppe von bis zu 10 Ratten super geeignet, gut zu reinigen, einfach aufzubauen. Leider recht teuer. Ich habe inzwischen 2 davon, darin wohnen meine beiden Jungsrudel. Auch ein großer Vorteil: Rollen am Boden, d.h. zum Staubsaugen etc. kann man den gesamten Käfig einfach auf Seite schieben.

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Diesen Käfig, den es mit unterschiedlichen Namen von den Firmen Montagna und Fressnapf gibt, empfehle ich für Mädels uneingeschränkt - alles ist aus Metall, auch die Bodenwanne ist nicht durchnagbar. Leider muss man die Kotschublade getrennt sichern, die bekommt selbst die dementeste Rättin aufgeschoben in Nullkommanix.

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Sichern mit Ducktape reicht, man kann auch klammern oder drahten.

Nun ein paar Tipps zur Inneneinrichtung, die man auch ab und an verändern sollte, damit es den “Insassen” nicht langweilig wird.

Pro 2 Ratten ein Häuschen ist ein MUSS. Da Ratten auch im Schlaf pinkeln, müssen die Häuser regelmäßig gereinigt werden, sonst steigt bei den Ratten die Gefahr für Atemwegserkrankungen und beim Besitzer die Gefahr des Inohnmachtfallens beim Öffnen des Häuschens… Praktisch sind Häuser aus Plastik. Die werden zwar angefressen, vor allem von den Mädels, aber sie sind leicht sauberzuhalten, man braucht kein Spezialwerkzeug, Wasser, Seife, Putzschwamm reichen…

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Toll und leicht ein- und auszubauen sind die Ecketagen von Firma Ferplast - mit großen Schrauben außen am Käfig zu befestigen, sie halten eine Menge Gehopse aus und sind ebenfalls leicht zu reinigen:

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Ratten sind im Käfig gerne ganz oben - ich hänge die “Sputnik”-Hängehäuser dann unters Volierendach (gibts günstig bei Zooplus):

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Auch schön und im Basis-Set des Furet Tower mitgeliefert: Röhren zum Klettern oder Schlafen. Sie lassen sich auseinanderbauen, und ganz leicht zu reinigen sind sie mit einer Klobürste (die man natürlich bitte ausschließlich für die Ratten anschafft!):

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Rattenmädels sind richtige Zerstörerinnen. Ich hänge meinen gern eine Klorolle in den Käfig - die wird abgerollt und mit dem Papier werden Schlafhäuschen ausgelegt. Die Ratten machen gern was selbst, man sollte ihnen nicht alles vorgefertigt hinlegen!

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Auch als Schlafplatz geeignet: Werkzeugboxen, mit der Öffnung nach oben unters Dach gehängt. Gibts billig im Baumarkt oder bei 1-Euro-Shops.

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Ganz wichtig: viel Klettermaterial! Ratten sind neugierig und wollen die Umgebung erkunden. Gelangweilte Ratten werden nicht nur dick und übellaunig, sie haben auch eine geringere Lebenserwartung, und die ist ja eh nicht hoch…

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Es ist aber immer wieder eine Gratwanderung - der Käfig sollte nicht komplett mit Kletter- und Spielzeug, Steh- und Hängehäusern zugebaut sein sondern noch ausreichend Platz zum Toben bieten. Täglicher Freigang ist sowieso unerlässlich. Wer dafür keine Zeit hat, sollte keine Ratten halten!

Die Ferplast-Ecketagen sind wirklich praktisch… für junge und alte Tiere, mit Kletter-Rampen, mit denen auch die Senioren noch gut klarkommen.

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Ganz toll für die kältere Jahreshälfte: Kuschelhäuser aus Fleece-Stoff! Gibt es hier: www.kuschelhaeuser.de - Farben sind frei wählbar, Lieferung kommt schnell, netter Service, günstige Preise, meine Ratten und ich sind echt begeistert!

Meine Mädels zersägen sie nach einem Monat leider… bei den Jungs halten sie 3-4 Wäschen durch, also ca. 3-4 Monate.

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Klasse zum Klettern, vor allem für aktive jüngere Tiere: Papageien-Seile, stoffumflochten, mit einer dicken Drahtseele drin:

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älterer Beitrag:

Sicher kennt Ihr das, liebe RattenbesitzerInnen - man fängt klein an, mit zwei Ratten oder dreien, und dann werden es mehr und der alte Käfig platzt aus allen Nähten oder die Bodenwanne wird angefressen und die Einstreu ziert den Teppichboden… oder alles davon und mehr.

Nun habe ich generell ein Problem mit Tieren in Käfigen - zur Familie gehören noch 4 Hunde und 2 Katzen, die auch nicht eingesperrt werden, sondern sich im Haus und außerhalb frei bewegen dürfen. Klar, mit Ratten geht das schlecht, es sei denn, man hat ein ganzes Zimmer für sie, und auch dann ist es ein Käfig, weil: Tür auf, Ratten weg. Nachbars Katze kommt bestimmt, oder der Schulbus…

Also - da ich aber trotz der Problematik Ratten halten möchte, muss dann der “Knast” schon so schön wie möglich sein, und vor allem artgerecht, mit vielen verschiedenen Ebenen zum Schlafen, Spielen, Buddeln, Sandbaden und im Sommer auch Wasserbaden, zum Klettern - und das für alle Altersstufen vom Welpen bis zur Oma. Freilauf haben meine Ratties natürlich auch, im ganzen Zimmer. Beliebt bei den beiden Kleinsten ist derzeit “Ratten-Bungee” - sie klettern aufs Bücherregal bis ganz nach oben und springen von dort auf mein Ledersofa, auf dem zwei dicke Rentierfelle liegen. Kaum sind die Ratten gelandet, hopsen sie runter vom Sofa, und ab geht’s wieder rauf aufs Bücherregal… danach sind sie dann mal schön müde!

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Meine 9 Mädels wohnen derzeit in einem “Remus”-Käfig vom Fressnapf-Markt, siehe Bild. Schön groß, aber “suboptimal”, wie es unser Ex-Bundeskanzler genannt hätte. Denn:

  • Die Bodenwanne war aus Plastik. Meine Ratten fanden sie LECKER. Ich konnte die Wanne zwar gegen eine aus Blech umtauschen, aber der Gitter-Unterboden (vorher als zusätzliche Sicherung unter der Plastikwanne) passt nicht mehr rein wie vorher bei der dünneren Plastikwanne. Folge: Beim Ausmisten ist der Käfig zunächst unten offen, d.h. die aktiveren Ratten müssen in den Freilauf oder einen anderen Käfig umziehen und ich bin inzwischen Weltmeister im Rekordwechseln - Schublade mit dreckiger Einstreu raus, Gitterrost rein…
  • Die Holzebenen sind nur rausnehmbar, wenn man die ganze Voliere auseinanderbastelt. Sie im Käfig zu schrubben, ist nicht so einfach und der Dreck bleibt an den Schrauben und in den Ecken hängen. Überhaupt - schön ausgesehen haben die Holzebenen nur ca. 10 Minuten nach Einzug der Damen, siehe Bild. Leider zieht der Urin schön ein und es müffelt dann grauslich. Ich schrubbe zwar mit Essigwasser dagegen an, aber eine vernünftige Lösung ist das auch nicht.
  • Die Schrauben, die die Holzebenen halten, können vorn teilweise gar nicht eingeschraubt werden (siehe Foto), sonst geht die Tür nicht mehr auf - ganz klare Fehlkonstruktion! Und jedesmal auf- und zuschrauben, bevor und nachdem ich die Käfigtür geöffnet habe, ist ziemlich blöd.
  • Die Passgenauigkeit der Teile lässt stark zu wünschen übrig, auch der neuen Blech-Bodenwanne, die einen breiten Spalt an der Käfigrückwand unten lässt, wo Rattenbabies sogar problemlos durchpassen würden. Folge: Eine Menge Streu und Köttel landen auf dem Teppich… unter Umständen auch junge Ratten. Will man nicht!
  • Ohne richtig gutes Klebeband (Gaffa oder Duck-Tape) ist der Käfig für Ratten nicht nutzbar, denn die Schublade für die Streu hat einfach nur eine Klappe, die sich von innen auch von geistig minderbemittelten Nagern ganz leicht hochdrücken lässt. “Ach, hier geht’s raus? Juhuu…” Nun sieht die Käfigfront mit Klebestreifen nicht toll aus, und man muss sie auch ständig wechseln, da Staub und Einstreu sie zum Ex-und-Hopp-Dasein verurteilen. Sehr undurchdacht das Ganze!
  • In niedrigen Räumen (alte Fachwerkhäuser!) muss der Käfig im Liegen aufgebaut werden, man braucht VIEL Platz, um die Teile ansonsten senkrecht ineinanderzustecken! Wir haben unseren “Remus” liegend aufgebaut, das schreit nicht nach Wiederholung und hat 2 Stunden gedauert und 2 Leute erfordert, allein hat man dafür nicht genug Hände.
  • Nicht gut zum Klettern sind die längs statt quer angebrachten Gitterstäbe. Für Vögel mag das okay sein, aber der Käfig wurde mir explizit als rattentauglich verkauft…
  • Teppichboden unterm Käfig war eine ganz doofe Idee. Es fällt einfach zuviel raus und daneben! Im nächsten Zimmer kommt ein PVC-Boden drunter, den ich dann auch mal schrubben kann. Auch nicht schön: da die Rückwand genauso offen ist (Käfiggitter) wie die Frontseite, landet eine Menge “Zeugs” auf der Tapete - der rote Farbstoff aus den Drüsen beim Niesen, diverse Essensreste (nach Tomatenweitwurf oder wenn eine Ratte sich ordentlich schüttelt, nachdem sie Babybrei gefressen hat - super!), auch mal der eine oder andere Spritzer Gepiesel… Auch hier gilt: im nächsten Zimmer kommt ein Stück PVC in der passenden Größe an die Wand hinter den Käfig. Abwischen, fertig. Adé, du komisch gesprenkelte Tapete.

Nun zu den wenigen Vorteilen:

  • Die eingehängten Türen kriegen auch clevere Ratten nicht auf, daran scheiterte sogar meine Kriminella.
  • Die zugehörigen Rampen sind Oma-geeignet und nicht zu steil.
  • Der ganze Käfig steht auf Rollen und ist problemlos verschiebbar.
  • Das Dach ist angeschraubt und kann relativ schnell geöffnet werden, z.B. um Hängenester, Hängematten etc. anzubringen oder zu entfernen. Das empfiehlt sich allerdings nur bei leerem Käfig, sonst hat man schnell eingeklemmte oder geflohene Ratten…
  • Der Preis - 199 Euro regulär, und da mein Mann handeln kann, haben wir den “Remus” für 160 Euro gekauft. Mehr wäre er mir allerdings auch nicht wert gewesen, dafür hat er zu viele Kompromisse, mit denen meine Mädels und ich zu leben versuchen. Das mit der zerfressenen Bodenwanne war erst der Anfang!


JohannaLuna am November 8th 2009

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