Monatsarchiv für August 2010

Sag niemals nie! Und Update…

Nein, ich meine jetzt nicht die Ritter, die “Ni!” sagen aus “Ritter der Kokosnuss” von Monty Pythons. Ich sagte: “Keine zusätzlichen Ratten mehr - nie mehr als 21!” (Eigentlich wollte ich maximal 7, aber das ist laaaange her!)

Dienstag mittag rief mich eine Arbeitskollegin im Büro an - eine Frau, die ich nie (da ist es wieder! Nie!) mit Ratten in Verbindung gebracht hätte. Ich dachte gar nicht, dass sie überhaupt Tiere mag.

Was geschah? Ihre Wohnungsnachbarin hat eine dreijährige Tochter, großer Harry Potter-Fan (demnächst kommen die Kids schon mit Blitznarbe auf die Welt und ihr erstes Wort ist entweder “Harry!” oder “Voldemort!”). Zum 3. Geburtstag bekam die Kleine einen jungen Rattenbock in Einzelhaft, und natürlich musste er “Krätze” heißen. So weit, so schlecht. Nun sind Dreijährige ja noch nicht sehr geübt in der Feinmotorik beim Zugreifen - das Kind grapschte zu, und Krätze wehrte sich und biss. Da wäre ein Stofftier wohl die sinnvollere Anschaffung gewesen!

Am Dienstag hing er dann dem Mädchen in der Hand, und es blutete beträchtlich. Meine Kollegin bekam das Geschrei mit - Kind brüllt, Mutter kreischt, Ratte quiekt. Die Mutter wollte den Ratterich aus dem Fenster werfen und hielt ihn am Schwanz raus - im Erdgeschoss, aber trotzdem… ! Meine Kollegin schob rechtzeitig einen Karton drunter und sagte “lass los, ich kümmer mich drum.” Plumps.

Dann rief sie mich an und stand 10 Minuten später mit einem vollgepieselten Pappkarton, der einen farblich sehr hübschen, aber vor Angst und Schmerzen (warum müssen Menschen Ratten immer am Schwanz hochheben? Es tut ihnen wahnsinnig weh und der Schwanz kann sogar abbrechen!) halb irren Ratterich enthielt - Standard Husky, viel zu dünn. Ich wollte ihn vorsichtig hochheben, um ihn in einen trockeneren, stabileren Karton umzusetzen, und hatte ihn prompt im Daumen hängen. Klar, sanft hochheben kennt er wohl nicht.  Als ich ihn zuhause untersuchte, stellte ich fest, dass er die Rippen gebrochen hat auf beiden Seiten - okay, da würde ich auch nicht hochgehoben werden wollen! Ich rief besorgt meine Tierärztin an, die meinte, es kann halt sein, dass sich Rippenstücke durch die Lunge bohren und ich sollte den Ratz mal abhören. Ich wollte eigentlich kein weiteres Ohrpiercing mehr! Es ging aber glimpflich ab, Atmung geräuschfrei und normal. Ansonsten könne man da nix machen, meinte die TA und wünschte mir Glück.

Nun sitzt der Neue bei meinem zahmen Bockrudel und wurde gleich aufgenommen - fast ganz ohne Geborstel (bis auf Aelfric, aber der ist halt auch sehr kritisch!), alle haben ihn geputzt und er saß in der Mitte und schloss die Augen, dem ganzen Tier war anzusehen “endlich nicht mehr allein!” Er frisst wie ein Scheunendrescher. Den blöden Namen haben wir natürlich auch abgeschafft - willkommen im Rattentempel, Vincent!

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Vincent, genannt Vinnie, untersucht die Futterschüssel. Ups, jetzt hab ich 4 Huskyratten!

Die Berliner Jungs beschnuffeln ihn:

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Es war übrigens eine Superidee, den Furet Tower zu teilen und die Smillasöhne oben zu lassen, die Berliner Buben und die Friedhofis nach unten umzusiedeln - Theoderich, vorher nur ein strubbeliger Schatten auf der Flucht vor Rudelboss Alberich, ist ein süßer, zutraulicher Goldschatz geworden, der sofort angerannt kommt, wenn ich die Tür aufmache, und mir auf den Arm flitzt. Ohrenkraulen findet er toll, auf meiner Schulter reiten auch, und wenns ihm richtig gut gefällt, schmeißt er sich auf den Rücken - ein hinreißender Ratterich! Das sieht dann so aus:

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Hier kuschelt ihn offensichtlich sein Bruder Aelfric. Dessen Backenabszess ist nach 2 TA-Besuchen gut verheilt, Aelfric ist der coolste Ratterich überhaupt - viermal mit mir und wechselweise Toruk oder Frosti in Begleitung nach Düsseldorf und zurück gereist zum Wohnungsausräumen, zwischendrin zum Drive-In einer bekannten Fastfood-Kette, für die ich hier keine Werbung machen will (was anderes hat ja auch nachts ned mehr auf!) - Aelfric findet Autofahren inzwischen klasse und macht Männchen, sobald ich langsamer werde, könnte ja sein, wir sind wieder im Drive-In - “Lecker?”

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Oben: vom Abszess blieb nur noch eine halbmondförmige Narbe an der Wange. Hatte ganz schön Angst um meinen Odd-Eyed-Schnuckel! War doch was dicht am Ohr, das Ganze… Im Hintergrund: Vincent.

Das Criminal Huschky macht sich nach der OP (bösartiger Gesäugetumor) weiterhin richtig gut. Alles prima verheilt, Huschky süß-verrückt wie immer. Ich hoffe, sie hat noch ein paar schöne Monate mit uns!

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Toruk (links) und Theoderich beschnüffeln mich dann auch mal:

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Albion, der Mega-Chiller. Kein Erdbeben, kein Staubsauger kann ihn aufwecken, wenn er auf seiner Leiter abhängt! Ein Rattenbock wie eine Klinikpackung Valium… cimg4523.jpg

Robin: “Ich will auch mal so cool abhängen wie mein Bruder…!” War wohl nix, Kleiner, die Wampe hängt durch! Versuch’s mal längs statt quer.

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Frosti, der Oskar Matzerath unter den Rattenjungs - er wächst einfach nicht und ist auch ansonsten der totale Kindskopp - kommt sich das mal näher angucken. Seit er ein Zigeunerratz war und mit Aelfric, den Hunden und mir zwischen Düsseldorf und Marburg hin- und hergegondelt ist, wurde er schon viel ruhiger und zutraulicher. Er ist Aelfrics Schatten und folgt ihm überall hin.

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Vincent untersucht erstmal die Einrichtung und tut so, als wenn er von seinem schnüffelnden Gefolge gar nix mitkriegt:

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“Aelfric von den Monstermäusen”, mein Goldschatz!

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2 Kommentare »

JohannaLuna am 11. August 2010 in Allgemein

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